
Wasser als Ressource
Architektonische Antworten im Bad

Pro Person werden in Deutschland im Durchschnitt rund 126 Liter Trinkwasser am Tag genutzt. Etwa 36 Prozent entfallen auf Baden, Duschen und Körperpflege, weitere 27 Prozent auf die Toilettenspülung.
Damit ist das Bad der Raum, in dem Planungsentscheidungen den täglichen Verbrauch positiv senken können. Anders als bei Nutzungsgewohnheiten wirken sie dauerhaft: Was in der Ausstattung festgelegt wird, bestimmt die Durchflussmenge über die gesamte Nutzungsdauer.
Gewohnheiten und Technik greifen ineinander
Die klassischen Verhaltensänderungen, wie zum Beispiel kürzer duschen, das Wasser beim Einseifen oder Zähneputzen nicht laufen lassen, ein Vollbad bewusst wählen, bleiben weiterhin wirksam. Verlässlicher sind jedoch Lösungen, die Wasser bereits im Bauteil begrenzen und keine Disziplin voraussetzen.
Eine ressourcenschonende Planung verbindet daher einen sparsamen Umgang der Nutzer mit Produkten, die von Anfang an niedrige Verbrauchswerte ermöglichen. Diese Sichtweise trägt besonders dort, wo Nutzung anonym erfolgt, etwa in Hotels, Bürogebäuden oder öffentlichen Sanitärräumen.
Technisch stehen dafür mehrere Bausteine zur Verfügung: Durchflussbegrenzung, Luftbeimischung, reduzierte Spülmengen und Armaturen, die den Warmwasserabruf erst bewusst auslösen.

Duschen: die Durchflussmenge entscheidet
Beim Duschen bestimmt die Brause den Verbrauch pro Minute. Duravit Kopfbrausen mit MinusFlow-Funktion begrenzen die Durchflussmenge auf maximal 9 l/min. Bei Handbrausen entspricht das einer Reduzierung des Wasserverbrauchs um 40 Prozent im Vergleich zu Brausen ohne MinusFlow, bei Kopfbrausen bis zu 60 Prozent. Weil weniger warmes Wasser bereitgestellt werden muss, sinkt zugleich der Energieverbrauch.
Für Sanierungen im Bestand lässt sich die Brause als einzelner Baustein betrachten. Die angegebene Durchflussmenge bietet dabei einen konkreten Vergleichswert für die Produktauswahl.

Toilette: Spülmenge und Spültechnik
Die Toilettenspülung ist einer der regelmäßigsten Wasserverbraucher im Gebäude. Entscheidend ist das Zusammenspiel von Spülmenge und Keramikgeometrie: Eine reduzierte Wassermenge muss die Spülfläche zuverlässig erreichen. Das ME by Starck Wand WC Hero Edition mit der DuraFlush Spültechnologie arbeitet mit einer Rotationsspülung bei 4 bzw. 2 Litern und ist auf ein gründliches, leises Spülbild ohne Überspritzen ausgelegt.

Waschtisch: häufige Nutzung, kurze Laufzeiten
Am Waschtisch verteilt sich der Wasserverbrauch über den Tag auf viele kurze Nutzungen. Duravit kombiniert hier zwei Technologien. Wie bei den Duschbrausen begrenzt MinusFlow auch bei den Waschtischarmaturen den Durchfluss auf 3,5 l/min und senkt den Wasserverbrauch damit um 40 Prozent. Dank AirPlus erhält man zudem einen fülligen, weichen Strahl, da das Wasser im Strahlformer mit Luft angereichert wird. FreshStart setzt bei der Energie an: Einhebel-Waschtischmischer mit dieser Funktion, wie zum Beispiel der Balcoon Einhebel-Waschtischmischer M von Patricia Urquiola, starten bei Betätigung mit kaltem Wasser und mischen heißes Wasser erst bei Linksdrehung des Griffs bei. Beim kurzen Händewaschen bleibt es damit bei kaltem Wasser, die Warmwasserbereitung startet erst, wenn sie tatsächlich gebraucht wird.

Lebenszyklus und Ausschreibung
Für die Ausschreibung zählen vergleichbare Zahlen. Drei Angaben sind dabei zentral:
- Durchfluss in Litern pro Minute, jeweils bezogen auf einen definierten Druck.
- Spülmengen für die große und die kleine Spülung.
- Verfügbarkeit und Bezeichnung der Ersatzteile.
Ein wassersparender Betrieb ist elementarer Teil einer guten Nachhaltigkeits-Bilanz. Bei der Produktauswahl sind Angaben zu Langlebigkeit, Reparierbarkeit, Ersatzteilverfügbarkeit und Wartungsaufwand zu prüfen, denn diese Faktoren bestimmen mit, wie ein Bad über Jahrzehnte abschneidet. Ob einzelne Komponenten ausgetauscht werden können, sollte aus den jeweiligen technischen Unterlagen hervorgehen.

Was Labels und Kennzeichnungssysteme leisten
Kennzeichnungen ordnen Produktdaten vor und erleichtern den ersten Vergleich. Das Unified Water Label ist ein freiwilliges System europäischer Badhersteller, an dem sich Duravit gemeinsam mit vielen weiteren großen Marken beteiligt. Über eine Online-Datenbank und produktbegleitende Etiketten stellt es Kennwerte zum Wasserverbrauch sowie zum Energieverbrauch von Badprodukten übersichtlich dar.
Ein zweites Programm ist WaterSense, eine Partnerschaftsinitiative der U.S. Environmental Protection Agency (EPA), bei der Duravit Mitglied ist. WaterSense richtet sich in erster Linie an Verbraucher, die ihren Wasserverbrauch reduzieren möchten. Mit dem Label ausgezeichnete Produkte und Dienstleistungen sparen mindestens 20 Prozent, ohne Funktion und Leistung zu beeinträchtigen. Für die Planung ist dabei der jeweilige Bezugsrahmen entscheidend, denn die Programme arbeiten mit unterschiedlichen Märkten, Prüfgrundlagen und Vergleichswerten.
Wer tiefer in das Thema Zertifizierungen bei Duravit einsteigen möchte, findet hier weitere Informationen.
Für die Planung sind solche Labels ein hilfreicher Einstieg: Sie schaffen Transparenz, beschleunigen die Vorauswahl und geben Bauherren wie Fachplanenden eine gemeinsame Vergleichsbasis. Die technischen Unterlagen der jeweiligen Produkte führen diesen Faden weiter. Dort steht, unter welchen Bedingungen die Werte gelten und wie sich ein Produkt im geplanten Kontext verhält. Aus beidem zusammen entsteht die Grundlage für ein Bad, das Wasser sparsam einsetzt und dabei Komfort, Hygiene und gestalterische Qualität trägt.










