
Arne Jacobsens Badehaus
Designjuwel von Arne Jacobsen

Rund zehn Kilometer nördlich von Kopenhagen, direkt an der Meerenge des Øresund, liegt die „White City“ von Arne Jacobsen. Das Ensemble aus Wohnanlage, Theater, Restaurant und Strandbad hatte der Architekt und Designer 1932 im jungen Alter von 30 Jahren entworfen. Arne Jacobsen ist nach wie vor prägend für die dänische und internationale Designszene: Legendär sind seine ikonischen Entwürfe wie das Kopenhagener SAS-Hotel (1958- 1961), die Dänische Nationalbank oder seine Möbelentwürfe wie der „Swan Chair“ und der „Egg Chair“. Nun wurde das Bellevue Strandbad von Arne Jacobsen in Klampenborg nach historischem Vorbild aufwendig revitalisiert und in ein Badehaus mit Wellnessoase transformiert.
Bis ins kleinste Detail
Das gesamte Bellevue Strandbad wird auch heute noch, 90 Jahre nach seiner Erbauung, gerne genutzt. Die Anlage besteht aus Gemeinschafts-Umkleidekabinen für Damen und Herren. Jeweils sechs Flügel ragen in den Strand hinein und sind rückseitig durch Längsgebäude verbunden. Hinter dem Strandbad erheben sich die Bellavista Wohnanlage, das Bellevue Theater und das Restaurant Jacobsen. Weiß ist die vorherrschende Farbe aller Gebäude, die durch ihre strenge Geometrie und horizontale Anordnung auffallen. Wie für Arne Jacobsen typisch, designte er auch für das Bellevue Strandbad alles bis ins kleinste Detail: Neben den Gebäuden auch den Rettungsturm, die Rettungswesten bis hin zu den Eintrittskarten und den Eistüten.
Denkmalgerechte Sanierung
Obwohl die gesamte Anlage denkmalgeschützt ist, war sie in die Jahre gekommen, der Zustand marode. Daher wurde die Herrenumkleide des Bellevue Strandbades saniert und zu einem Bade- und Wellnesshaus verwandelt. Dabei legten die Architekten von Leif Hansen Arkitekter aus Kopenhagen ein besonderes Augenmerk auf die denkmalgerechte Sanierung des 230 Quadratmeter großen Komplexes, der sich am nördlichsten Punkt des Bellevue Strandbades befindet.

Rund fünf Jahre dauerte die Revitalisierung. 2023 wurde das Architektur- und Designjuwel wieder eröffnet. Es wurde versucht, nur so viel wie nötig einzugreifen. So wurden etwa die Ziffern der Umkleiden in mühevoller Handarbeit wiederhergestellt. Die Konstruktion wurde ebenso ertüchtigt wie die Einbauten. Die Regale oder die markanten Gitterabtrennungen entlang des Flures erstrahlen heute in neuem Glanz. Minimale Änderungen wurden vorgenommen wie etwa der Einbau einer Sauna.
Dänisch frisches Flair
Betritt man das Gebäude durch die zentrale, zweiflügelige Glastür, so ist man mitten im Geschehen. Vom Foyer mit Cafébar werden alle Einheiten wie Umkleiden, Toiletten, Yogaraum und Saunen erschlossen. Alles ist in hellem Weiß gehalten, der Blick nach draußen durch bodentiefe Fenster oder Luken gleitet über die stürmische Ostsee. Vom Foyer aus lässt sich direkt der große Yogaraum betreten, der nur durch einen Vorhang abgetrennt werden kann. Die Toilettenräume befinden sich hinter dem Foyer: Drei abgetrennte WC-Einheiten werden durch einen Waschraum verbunden.


Leif Hansen Arkitekter setzten in den Sanitärräumen Produkte von Duravit ein, die sich harmonisch in das gestalterische Konzept von Arne Jacobsen einfügen. Dezent und elegant präsentieren sich die Aufsatzwaschbecken der Serie Happy D.2 Plus von sieger design, die von Spiegeln aus der Serie Zencha, gestaltet von Sebastian Herkner, begleitet werden. Die sanften Rundungen der beiden Serien korrespondieren mit der reduzierten Handschrift von Jacobsen. Die Stand-WCs der Serie ME by Starck sorgen für Retro-Flair und ergänzen die WC-Räume dieses architektonischen Schmuckstückes perfekt.












