Ein kleines Badezimmer mit Dusche, einem weißen Stuhl und einem weißen Waschtisch. Im Hintergrund ein Fenster.

Kleines Bad

Kleines Bad, große Wirkung

Trends wie Micro Living und die zunehmende Urbanisierung rücken kleine Badezimmer in den Fokus der Gestaltung. Denn diese können auch auf nur wenigen Quadratmetern ein Maximum an Funktionalität, Komfort und individuellem Stil bieten. Die Planung von Tiny Bathrooms ist Herausforderung und Chance zugleich.
Ein schmaler minimalistischer Waschtisch vor einer Holzwand.

Auch kleine Badezimmer können Komfort und Ästhetik auf hohem Niveau bieten. Angesichts von Trends wie zunehmender Urbanisierung und steigenden Mieten wird Wohnraum vor allem in den Städten immer teurer und knapper. Im Durchschnitt sind Bäder in Deutschland zum Beispiel zwar etwas größer als noch vor einigen Jahren – aktuell liegt die Durchschnittsgröße bei 9,1 Quadratmetern (2017) – 2006 waren es noch 7,8 Quadratmeter. Dennoch lebt etwa jeder Vierte mit einem Bad zwischen vier und sechs Quadratmetern.

Ein weißes WC in einer Wandnische.

Historische Entwicklung

Auch wenn wir heute von Tiny Bathrooms sprechen, so ist das Badezimmer an sich ein Luxus, denn ein separater Raum für die Körperpflege stellt eine relativ junge Errungenschaft dar. Erst vor rund 100 Jahren hielten Badezimmer Einzug in bürgerliche Wohnungen und Häuser. Spätestens in den 1950er Jahren verfügten Wohnungen über eine eigene „Nasszelle“, so wie die kleinen Badezimmer in den Siedlungsbauten damals genannt wurden. Das Aufkommen der Dusche ermöglichte einen weiteren Raumgewinn. Und auch wenn größere Badezimmer möglich gewesen wären – lange Zeit galt das Bad als reiner Funktionsraum. Erst in den vergangenen 50 Jahren avancierte es zum Ort der Körperpflege, verbunden mit Entspannung und Selbstoptimierung.

Eine Draufsicht auf ein schmales Badezimmer mit Waschtisch, WC und Dusche.

Kompakte Größen

Es gibt viele Möglichkeiten, ein kleines Bad ästhetisch, funktional und komfortabel so zu konfigurieren, dass es zur persönlichen Wellnesseinheit wird. Dazu gibt es ein paar grundlegende Regeln: So lässt eine offene Raumgestaltung das Bad grundsätzlich größer wirken. Es sollte daher nicht zusätzlich gegliedert werden. Stauraum ist das A und O. Kleine Nischen können genutzt werden, um Badutensilien in Regalen oder auf Ablageflächen zu organisieren. Eine homogene Ästhetik, helle Ton-in-Ton-Designs und Spiegel verleihen kleinen Räumen Weite. Auch ein gezieltes Lichtdesign unterstützt den Effekt, das Bad größer erscheinen zu lassen. Um die Gemütlichkeit und Aufenthaltsqualität in einem kleinen Badezimmer zu erhöhen, sind natürliche Materialien wie Holz oder Stein geeignet. Transparenz ist ein wichtiges Thema – Duschabtrennungen aus Klarglas lassen alles großzügig erscheinen. Schließlich gilt: Weniger ist mehr. In kleinen Bädern sollte man auf eine hochwertige Ausstattung setzen – und weniger auf viele Dekoartikel.

Micro Wellness

Ein Beispiel für ein Tiny Bathroom präsentiert Sieger Design mit der Studie SPSS, was für „Small Size Premium Spa“ steht. Das mehrfach ausgezeichnete Architekturkonzept von Michael und Christian Sieger von sieger design basiert auf der Idee, eine Wellnessoase auf kleinstem Raum zu schaffen. Auf nur sechs Quadratmetern bietet der Entwurf ein luxuriöses Micro Spa: Der Nassbereich mit Dusche und Horizontal Shower, kombiniert mit Multimedia-Screens, Duft und Sound, ist durch eine Glaswand vom Trockenbereich getrennt.

Eine weiße Eckbadenwanne in Trapezform. Dahinter ein großes Fenster.

Immer mehr Sanitärprodukte gibt es in kompakten Größen und mit reduzierter Tiefe. Duravit bietet für kleine Bäder beispielsweise die Serien D-Neo von Bertrand Lejoly, Duravit No.1 oder DuraSquare. Eine Badewanne in einem kleinen Bad ist mit Modellen wie Duravit Paiova oder einer Eckbadenwanne in Trapezform möglich – die Dusche ist hier tendenziell aber platzsparender. Und um den knappen Platz gut zu organisieren, lassen sich Pflegeprodukte und Accessoires in kompakten Badmöbeln oder Spiegelschränken von Duravit wie aus der Serie D-Neo gut unterbringen.

Insgesamt sollte in einem kleinen Bad jeder Quadratzentimeter wohl durchdacht und so gestaltet sein, dass man sich darin gut bewegen kann und ein Maximum an Funktionalität, Komfort und Ästhetik geboten wird.

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